Rechte Szene in Sachsen

Die Gesamtzahl der Anhänger rechtextremistischer Parteien (NPD, DVU, REP) oder anderen rechtsextremer Gruppierungen (Kameradschaften, "Freie Kräfte") betrug 2006 in Sachsen rund 3200. Im Gegensatz zu Bundesländern, wo die Tendenz fallend ist, bleibt die Zahl der Anhänger in Sachsen konstant.

Kameradschaften

Kameradschaften veranstalten neben politischen Aktionen vorrangig Freizeitaktivitäten wie Partys und Konzerte. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich von diesem Aktivitäten angezogen. Gemeinsam treten Kameradschaften und die NPD bürgernah auf und machen Angebote, die die Jugend ansprechen. Kameradschaften sind vor allem im ländlichen Bereich aktiv, denn der Kontakt kann im ländlichen Raum schneller z. B durch Nachhilfe, Sport geknüpft werden. Wenn die Jugendlichen in die rechtsextremistischen Strukturen eingeführt sind, ist es leichter neue Mitglieder zu rekrutieren. Daher organisieren/organisierten sich Kameradschaften, wie die SSS, Nationaler Jugendblock Zittau, Sturm 34, Sturm 24, die Schlesischen Jungs, die Kameradschaft Niederschlesien, Freie Kräfte Lausitz in eher ländlichen Gebieten. Ihre Bedingungen sind die Anerkennung von Führerprinzip, völkische und rassistische Überzeugung, Gewaltbereitschaft. In Sachsen arbeiten sie flächendeckend, Schwerpunkte bilden sie jedoch in der Sächsischen Schweiz und in der Oberlausitz.

Es entwickelt sich der Trend, dass sich immer mehr Rechtsextreme den sog. “Freien Kräften“ zuwenden. Sie handeln außerhalb von festen Strukturen wie Partei oder Kameradschaft stärker in losen Organisationsstrukturen. Ein Auftritt in der Öffentlichkeit erfolgt nicht mehr als Mitglied einer Partei oder Kameradschaft. Der Nationalismus verbindet nicht mehr in Organisationen, sondern erfolgt unorganisiert.

Besonderheit: Frauen

Auch junge Frauen wenden sich verstärkt der Rechte Szene zu. Der Trend geht dabei zu Gründungen von Frauenorganisationen aus der rechten Szene heraus. Beispiele sind die Gemeinschaft Deutscher Frauen (GdF), die die Frauen in der rechten Szene vernetzen und animieren will, die traditionelle Rolle als Mutter und Hausfrau anzunehmen. Hinzu kommt der Ring nationaler Frauen (RNF), der rechte Frauen für die NPD organisieren und auf die Übernahme von Parteiämtern vorbereiten soll. Rechtsextreme Frauen treten weniger aggressiv und laut auf, sind aber nicht weniger politisch aktiv als Männer. Sie werden sowohl als Beteiligte an Gewalttaten als auch als politische Akteurinnen häufig übersehen. Rechte Frauen treten vor allem in der traditionellen Rolle als Mutter und Hausfrau auf. Häufig engagieren sich dann ehrenamtlich in Kitas, Schulen und Vereinen. Dabei verbreiten sie dort ihr rechtesextremes Gedankengut. Neben dem traditionellen nationalsozialistischen Frauenbild entwickelt sich ein neues Selbstbewusstsein als 'Aktivistin'.